Ligeia sucht schon ihr ganzes Leben lang nach einem Weg, ihr Land von dem Fluch der immerwährenden Nacht zu befreien. Als sie in den Tiefen ihrer zerfallenen Welt einen Gott erweckt, wittert sie ihre Chance, denn Apsinthion könnte ihr diesen Wunsch erfüllen. Allerdings hat er neben seinen Erinnerungen auch seine göttlichen Kräfte verloren. Um diese zurückzuerlangen, schreiben sich die beiden an der Akademie der Alten Kunst ein, wo sämtliches Wissen der Vergangenheit aufbewahrt wird.
Lange hat Ligeia darauf gewartet, in ihre Heimat zurückzukehren, aus der sie nach dem Tod ihres Vaters verbannt wurde. Jedoch ist die Akademie längst nicht mehr dieselbe und hält für sie nichts als Feindseligkeit bereit. Als kurz darauf auch noch ihr einziger Vertrauter verschwindet, ahnt sie, dass sie einen großen Fehler begangen hat und ihr Schicksal enger mit dem des herablassenden Gottes verwoben ist, als ihr lieb ist …
Emily Bährs Schreibstil liest sich so leicht und baut ganz automatisch Spannung auf, flechtet eine gewaltige Geschichte ein, die beinahe dystopisch ist und krönt dies mit einer unheimlichen Sogwirkung und einer bildlichen Sprache. Mit einem Gott, der von seinem Ego an die Serie Luzifer erinnert und einer Sterblichen, die um Anerkennung kämpft, in einer Welt, die nicht für den Erfolg von Frauen ausgelegt ist.
Einmal eingetaucht, flogen die Worte an mir vorbei, erzeugten Bilder, Emotionen und diese bestimmte Wut, die immer hochkommt, sobald Frauen kleingehalten und unterdrückt werden. Doch Ligeia findet einen Weg ihre Träume heimlich zu verfolgen, auch wenn sie damit nicht nur einen Gott, sondern ungewollte Gefühle, Rätsel und Geheimnisse in ihr Leben lässt.
Ich habe die Tension zwischen Ligeia und Apsinthion sehr gefühlt. Die knackigen Dialoge, die Gereiztheit, die zu Weichheit wurde, die Verletzlichkeit in ihrem Wesen, die Ungewissheit über die Vergangenheit und Zukunft. Ligeias Zerrissenheit und Sehnsucht an die Academy zurückzukehren und die gleichzeitige Angst ihre Heimat verloren zu haben. Der Pragmatismus und die Planung, die durchbrochen wurden von der wachsenden Anspannung und den mysteriösen Umständen. Die kleinen Momente zwischen ihnen, die immer vertrauter wurden und mich zum Schmunzeln gebracht haben. All die Verlorenheit, die beide miteinander vereinte.
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Es gab zwischendurch immer wieder klitzekleine Hänger, als die Geschehnisse in der Akademie schleppender vorangingen, aber genauso schnell kehrten die spannungsvollen Momente zurück.
Fazit: »A Curse So Divine« überzeugt mit dem bildlich gewaltigen Schreibstil von Emily Bähr und dem Mix aus Nervenkitzel, Abenteuer, Acedemy Vibes und der Tension zwischen den beiden Protagonisten!
Zwischen 4,5 und 5 Sternen!
Tropes/Themen: Fake Dating, Forced Proximity, One Bed, Starcrossed Lovers, Enemies-to-Lovers, Academy
Das Buch enthält eine Content Note!
Beim nächsten #blogger_innensonntag am 13. April geht es um: Bücher für den Frühling
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